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HASAG-Außenlager des KZ Buchenwald in Colditz und Flößberg

Die Hugo-Schneider-AG Leipzig (HASAG) hatte sich im Dritten Reich zu einem der führenden Waffenproduzenten entwickelt. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges übernahm die HASAG auch einige Werke in Polen, von denen die Werke in Skarzysko-Kammienna traurige Berühmtheit erlangten. !946 nannte Eugen Kogon diesen Ort in einem Atemzug mit den Vernichtungslagern für Juden. Und auch der Kammienna- und der Tschenstochau-Prozess, die nach dem Krieg in Leipzig durchgeführt worden, belegten die rüde Firmenpolitik der HASAG gegenüber den dort eingesetzten Zwangsarbeitern.

Als 1944 diese polnischen Werke immer mehr in Gefahr gerieten, begann die HASAG, diese Produktion wieder nach Deutschland zu verlegen. Die Produktion der HASAG hatte dabei gegenüber anderen Firmen Vorrang, produzierte sie schließlich Panzerabwehrmittel - die Panzerfaust.
Es scheint, als ob eine ganze Anzahl kleinerer Werke für diese Produktion geplant wurde. So nennt Mustafa Haikal im Buch "Permoserstraße" verlagerte Produktionsstätten in Colditz, Delitzsch, Flößberg, Grimma, Golzern und Borsdorf. Auffallend dabei ist, dass die genannten Orte über eine relativ gute Bahnverbindung zum Hauptwerk in Leipzig-Schönefeld vefügt hätten. Gerade unter Kriegsbedingungen war die Nutzung von Ausweichstrecken möglich. Tatsächlich umgesetzt wurden die Pläne aber wahrscheinlich nur in Flößberg und Colditz.
Das Werk in colditz war dazu bestimmt, Teile für die Munitionsproduktion zu liefern. Flößberg dagegen war offensichtlich vorgesehen, die endgültige Fertigung von Panzerfäusten zu übernehmen, ähnlich wie das Werk in Schlieben, welches am 12. Oktober 1944 in die Luft geflogen war, und wo man danach wieder notdürftig die Produktion eingerichtet hatte.
Entsprechend bestehender Vereinbarungen kamen dann auch in Colditz und Flößberg Häftlinge aus dem Konzentrationslager Buchenwald zum Einsatz. Letztlich die genaue Zahl der an beiden Orten eingesetzten Häftlinge zu bestimmen, macht einige Schwierigkeiten. Beim Vergleich zwischen den nach Buchenwald gemeldeten Stärken und den sich aus den bekannten Ereignissen ergebenden Häftlingsstärken zeigen sich immer wieder gewisse Abweichungen, die darauf schließen lassen, dass sowohl in Colditz als auch in Flößberg einige Häftlinge mehr im Einsatz waren, als sich aus den Transportlisten ergeben.

Gesichert ist jedenfalls, dass in Colditz mindestens 718 Häftlinge eingesetzt waren. Das waren überwiegend ungarische und polnische Juden.
In Flößberg waren wenigstens 1902 Häftlinge mit Buchenwalder Nummern eingesetzt. Daneben wurde festgestellt, das weitere KZ-Häftlinge - wahrscheinlich aus Groß-Rosen - in Flößberg waren, die aber offiziell nicht dem Buchenwalder Lager unterstanden.
Genauere Angaben dazu sind auf den Folgeseiten zu finden. Etwa 20 bis 25 Prozent der Lagerbesatzung in Flößberg waren politische Gefangene aus vielen Nationen Europas. Den Hauptanteil in Flößberg bildeten aber auch polnische und ungarische Juden.
letzte Aktualisierung: 20.03.2007 19:21 Uhr
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